Twilight Zone

Juli 2, 2007

3 Uhr 44. Noch keine Minute geschlafen. Das Bett ächzte schwer, als Ewa zum wohl hundertsten Male wälzend die Seite wechselte. Besser machte das nichts. Die Bettwäsche klebte wie Folie am Körper, das Kopfkissen roch nach altem Handtuch. Sie setzte sich auf. Versuchte, an etwas Schönes zu denken… Da war nichts. Sie streifte die engen Schlafshorts ab und warf die Decke mit den Füßen von sich. Draußen war nicht mal Vollmond; das fette, beißende Licht stammte von der Laterne auf dem buckligen Gehweg. Schlimmer noch war die Neonleuchte aus dem Spielsalon gegenüber. Irgendwelche Schlafhormone des Körpers kamen durcheinander, wenn man immer Licht ausgesetzt war, das hatte Ewa mal gelesen. „Pieck Ass Game“ las sie in Rot auf gelbem Grund – und wahrscheinlich das Selbe in arabischer Schrift daneben. Die Glocken der Gethsemanekirche schlugen. Vier. Vielleicht sollte sie einfach aufstehen, bei Tagesanbruch eine Runde durch den Park joggen. Dann frisch geduscht ins Büro radeln, die Haare noch ein bisschen feucht, nach Fruchtshampoo duftend. Am Glaskubus von René vorbei, der von seiner Akte aufsehen würde. Oder beim telefonieren den Kopf nach ihr drehen, sie dann per Mail zum Mittagessen einladen würde. Natürlich wären sie diskret – sie würden sich erst in der Seitenstraße treffen und dann zum neuen Italiener hinter den Arkaden gehen. René würde eine Pizza Margarita bestellen, sie dann schnell zerteilen und sich mit seinen sehnigen Händen Stück für Stück in den Mund schieben. Ewa nahm Salat mit leichtem Dressing, um dem sportlichen Tagesanfang gerecht zu werden. „Nervös?“ fragte René und wischte mit seiner Serviette den Saucenklecks neben ihrem Teller weg. „Etwas müde“, lächelte sie verlegen, kämpfte mit langen Rucola-Blättern und klemmte sich irgendwelche Haarsträhnen hinters Ohr. Ihr BH drückte, diese harten Bügel waren Folter. Als René endlich Espresso bestellte und dabei mit der Kellnerin schäkerte, wagte sie es und tastete mit den Fingern unter den strammen Riemen. Ein fast unhörbares Knacken, und die Polyester-Konstruktion gab plötzlich nach. Viel zu sehr nach, hielt gar nichts mehr. Ewa erstarrte. Brüste quollen unter dem dünnen Top hervor wie zwei gierige Tiere, unkontrollierbar, fremd, monströs groß. Die Kellnerin brachte Espresso während René über Businesspläne und den neuen Controller fachsimpelte. Panische Hitze stieg in Ewa auf, bei der kleinsten Bewegung brandeten ihre Brustwarzen mit Wucht gegen den Baumwollstoff, als wollten sie ihn sprengen. Sie hielt einen Arm vor die Brust, trank die Tasse aus, verbrannte sich die Lippen und drängte zum Gehen. Auf dem Rückweg hielt sie sich vor ihm, sollte er ruhig ihren Hintern angaffen, solange er das Malheur vorne nicht bemerkte. Die Brüste wogten im Rhythmus mit ihren schnellen Schritten. Entgegenkommende Männer starrten sie an, sie versuchte, hinter ihrem Haar anonym zu bleiben. René holte auf. Im Lift dann merkte er es. Er starrte, sie sah wie seine Augen den Umfang ihrer durchscheinenden Brustwarzen nachmaßen. Er schluckte, sah weg, sah wieder hin, konnte nicht mehr wegsehen. Endlich griff er zu, packte sie mit großen Hobbyhandballerpranken, knetete wild, über 4 Etagen. „Ja!“ dachte Ewa und riss sich ihr Top vom Leib. Als der Lift zum Stehen kam, wachte sie auf. Splitternackt, schweißgebadet. Die Brüste klein und und unschuldig wie halbe Schrippen. 7 Uhr 13, noch 2 Minuten bis zum Weckerklingeln.

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